Den Opfern eine Stimme geben Zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex

Gastveranstaltung, Diskussion, Vortrag
Mittwoch, 12.10.2016, 19:00 – 22:00 Uhr
Konzertkeller - Adlergasse 14, 01067 Dresden

Mit Esther Dischereit, Hannah Maischein, Regina Weiss, Denise Ackermann, Susann Scholz-Karas

Welchen Beitrag kann die Kunst angesichts der weitgehend unbefriedigenden Aufarbeitung der NSU-Mordserie leisten? Ist sie nötig, um die Opfer der rassistischen Gewalttaten in ihrer Individualität sichtbar zu machen? Spricht sich in der Trauer endlich aus, was die Politik nicht zu sagen weiß? 
Die Kulturwissenschaftlerin Hannah Maischein und die Fotografin Regina Weiss haben im Jahr 2014 ihr Interviewprojekt «Sprachlose Gegenstände stoßen uns an – Nachdenken über Theodoros Boulgarides» über ein Münchner Mordopfer des NSU veröffentlicht. Im selben Jahr brachte Esther Dischereit, Professorin für Sprachkunst an der Wiener Universität für angewandte Kunst, ihr Buch und Hörspiel «Blumen für Otello. Über die Verbrechen von Jena» heraus, die auch dokumetarische Spuren zu den Tätern enthalten. 

Die Beiträge von Maischein/Weiss und Dischereit wurden im Jahr 2015 von der Jury des Hans-und-Lea-Grundig-Preises, dem Kunstpreis der Rosa-Luxemburg-Stiftung, lobend erwähnt. Diese Podiumsdiskussion und weitere Veranstaltungen umrahmen das «Hans-Grundig-Kolloquium», das am 11.11.und 12.11.2016 in der HfBK Dresden und der Galerie Neue Meister stattfinden wird.