Ausstellungsführung: Anmerkungen zum Beginn des kurzen 20. Jahrhunderts
Gegenwartskunst zum 1. Weltkrieg

Führung
Samstag, 22.11.2014, 16:00 – 17:00 Uhr
Motorenhalle - Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden
Künstler:
Kader Attia, Denis van Baren, Marcin Berdyszak , Nin Brudermann, Susanne von Bülow, Søren Thilo Funder , Tom Gefken, Group San Donato (Oleg Blyablyas, Alexey Chebykin, Evgeny Umansky) , Martin Krenn, Olga Alia Krulišová & Jana Mořkovská , Ruppe Koselleck , Anton Kuznetsov , Jérôme Leuba , Radenko Milak , Mladen Miljanović , Beate Passow, Jo Preußler & Axel Töpfer , Joachim Seinfeld, Deborah Sengl , Slaven Tolj

Heutige Blicke auf das Vergangene... Anmerkungen zum Beginn des kurzen Jahrhunderts geht daran, geschichtliche Spuren des Ersten Weltkrieges in der Gegenwart darzulegen und den heutigen politischen und gesellschaftlichen, den nationalen und den europäischen Umgang mit ihnen künstlerisch zu reflektieren. 

In diesem Jahr 2014, da dessen Ausbruch sich zum hundertsten Male jährt, wird der Erste Weltkrieg plötzlich wieder zu einem aktuellen Thema. Aber bereits in den vergangenen Jahren haben sich viele Künstler mit den Fragen beschäftigt, welche die damaligen Ereignisse an uns Heutige stellen. Auch die wissenschaftlich-historische Forschung kommt nicht zum Stillstand, sondern gerade jetzt wieder zu teils viel diskutierten Neubewertungen. Im ersten Jahr des Gedenkens an den damaligen Krieg finden zahlreiche Ausstellungen statt, doch zeigen diese in der Regel historische Exponate.  Bei Anmerkungen zum Beginn des kurzen Jahrhunderts wird dagegen ein thematisches Programm aus Ausstellungen, Begegnungen und diskursiven Veranstaltungsformaten realisiert, welches auf aktuellen Kunstwerken und heutigen Blickwinkeln basiert. 

Inhaltlich bezieht sich das Projekt auf folgende drei thematische Ebenen: 

1. Zunächst auf die historischen Ereignisse des Ersten Weltkriegs: Die anfängliche teilweise Kriegsbegeisterung, der nationalistische Taumel, die Illusion von der Einheit der jeweiligen Nation, die Hybris der Herrschenden, dann auf das Leid, die unmittelbaren Folgen, die aus dem Zusammenbruch erwachsenden Utopien von vormals Beherrschten. 

2. Überdies auf die national und zeitlich unterschiedlichen, ja oft gegensätzlichen Narrative zu jenem Krieg, zu dessen Ursachen und Ausgang. 

3. Schließlich wird, vor allem in den begleitenden Veranstaltungen, der Blick schlaglichtartig auch auf gegenwärtig virulente Problemfelder gerichtet, die sich mit dem Ersten Weltkrieg vergleichen lassen oder gar aus ihm heraus resultieren könnten. 

Was bedeuten diese, nunmehr ein Jahrhundert zurück liegenden Geschehnisse, Bewegungen, Gedanken für uns? Was ist aktuell daran? Was verlangt eine künstlerische Stellungnahme?

Kurator:
Andrea Domesle, Frank Eckhardt
  • Marcin Berdyszak, Horizon of Plastic Death, 2011, all piece is composed of 42 photos 70 x 100 cm each
  • Radenko Milak, Franz Ferdinand Uniform, 68x49, 2014
  • Radenko Milak, Cher Ami (French for dear friend, in the masculine) was a pigeon. The story of her Ami, the World War
  • Nin Brudermann, Third of Brudermann to Bolfras 6th of August 1919
  • Joachim Seinfeld, WK I 1917: Luftkrieg; 2014
  • Joachim Seinfeld, WK I 1917: Übungsangriff bei Sedan; 2014