Motorenhalle. Projektzentrum für zeitgenössische Kunst

boom, bubble & blast – zur Kunst der Demokratie

Vernissage, Ausstellung
Mittwoch, 04.03.2015, 20:00 – 22:00 Uhr
Motorenhalle - Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden
Vernissage, 4.3.15, 20 Uhr
Ausstellungsdauer, 5.3.-4.4.2015, Eintritt frei
Öffnungszeiten: Di-Fr 16-20 Uhr, Sa 14-18 Uhr

Das Ausstellungsprojekt boom, bubble & blast widmet sich den Phänomenen neuer rechter Bewegungen in Europa und ist im Januar 2015 gemeinsam und kurzfristig unter dem Eindruck der entsprechenden Protestbewegung in Dresden aus der ursprünglichen Idee von BBM (Beobachter der Bediener von Maschinen) heraus, einer Ausstellung zu gesellschaftlichen Auswirkungen der Finanzkrise, entwickelt worden.

Rechte Propaganda bündelt ganz offenbar diffuse Ängste vor Ungewissheiten oder Fremden. Unsicherheiten, die durch echte oder gefühlte Krisen oder auch durch persönliche Sozialisation verschärft werden können, bilden einen gefühligen Bodensatz, der den Blick auf die realen Probleme verstellt. Nicht die Pegida Demonstranten in Dresden oder entsprechende andere Bewegungen in Europa sind das wirkliche Problem, sondern dies ist eine Politik, die die weitere Umverteilung von unten nach oben begünstigt, die den Menschen das Gefühl gibt, einem Schicksal des eventuellen Abstiegs, einer gefühlten möglichen negativen Veränderung hilflos ausgesetzt zu sein. Das Wort ‚Bürokratur‘ umschreibt zudem trefflich den Umgang der meisten Behörden mit deren eigentlichen Souverän, den Angehörigen der Bevölkerung.

Was bedeutet der Titel "boom, bubble & blast"?

Der große Aufschwung (boom) und die Blase (bubble), die fast zwangsläufig folgt, dienen als geläufige Metaphern, anhand derer das Ausstellungs-Projekt zeigt, wie viel Freiraum durch ihr Platzen (blast) entstehen könnte. Die Künstler spekulieren über Möglichkeiten, Entwicklungslinien anders als bisher verlaufen zu lassen. Sie entwerfen Vorschläge zu Denk- und Handwerkzeugen zur nachhaltigen Bearbeitung von gesellschaftlichen Problemen und helfen damit, Unwohlsein am Gemeinwesen zu vergesellschaften - denn nur so können bitter nötige Antworten auf die Krisen der Gesellschaft entwickelt werden. Die Ausstellung zeigt Skulpturen, Malerei, Videos, Soundart, Fotografien, Performances, Dokumentationen von Interventionen im öffentlichen Raum von mehr als 40 internationalen Künstler_innen, die sich mit den Folgen von Krisen der vergangenen Jahre befassen. Viele der Arbeiten sind in einem höchst aktuellen Zeitbezug exklusiv für boom, bubble & blast entstanden.

Beispiele für Kunstwerke bei für "boom, bubble & blast"

Unter den Arbeiten befindet sich eine gigantische aufblasbare Skulptur der Londoner Künstlergruppe NewArtonMondays, die in enger Kooperation mit dem kanadischen Philosophen John McMurtry enstanden ist und daher den Titel seines aktuellen Erfolgs-Buches "The Cancer Stage of Capitalism" trägt.

Die Biennale-Venedig Teilnehmerin Hajnal Németh aus Ungarn komponiert exklusiv für "boom, bubble & blast" ein Chorstück, das sich auf die aktuelle Situation in Dresden bezieht.

Ferner zeigt Peter Kennard, eine Legende der britischen Politkunst eine raumgreifende Wandcollage, die sich mit der britischen Ultrarechten (UKIP) beschäftigt. Titel: "the rising shit of the nationalist moment".

Die Soundinstallation "meltdown" von Penny Rimbaud (ex-Kopf der Anarchopunkband CRASS), die von der Auflösung unserer Zivilisation unter der Umklammerung durch das Kapital handelt, wurde zusammen mit Tony Barber (Buzzcocks) ebenfalls für "boom, bubble & blast" eingespielt.

Kuratorenteam: Cecilia Wee, Janneke Schönenbach & Olaf Arndt sowie Maria Zastrow, Frank Eckhardt und Denise Ackermann

Künstler_innen Fahim Amir & proll positions (A), Bela B (D), Selçuk Balamir & Malcolm Kratz (NL), Ghazi Barakat (D), BBM (D), Tjorg Douglas Beer (D), Neville Brody (UK), Bureau d´Etudes (F), Françoise Cactus & Anton (F/D), Micha Cárdenas (US), Jake & Dinos Chapman (UK), Costantino Ciervo (IT), Copa & Sordes (CH), dr. d (UK), Ricardo Dominguez, Brett Stalbaum/Electronic Disturbance Theater (US), Nooshin Farhid (UK), FLATZ (D), Heidrun Friese (D), Front Deutscher Äpfel (D), Tim Goldie (UK), Viktor Hertz (SE), Peter Kennard & Cat Picton Phillipps (UK), Sebastian Krumbiegel (D), Andreja Kuluncic (HR), Michael Kurzwelly & Nowa Amerika (D/PL), R.P.S. Lanrue mit Ton Steine Scherben (D), La r.O.n.c.e - John Jordan and Isabelle Fremeaux (F), Peter Lewis & Makiko Nagaya (UK), The Artist Taxi Driver/Mark McGowan (UK), Sina Michalskaja & Shahin Zarinbal (RUS), Rob Moonen (NL), Jörg Möller (D), Csaba Nemes (HU), NewArtonMondays (UK), Gunter Rambow (D), Carrie Reichardt (UK), Penny Rimbaud, Tony Barber, Charles Webber (UK), Henrik Schrat (D), Veronika Schumacher (D), Seyfried & Ziska (D), Jonas Staal (NL), Klaus Staeck (D), Stereo Total (D), Klaus Theuerkauf & Funny van Dannen (D), Marco Tomassoli (IT), Andreas Ulrich (D), N.U. Unruh (D), Dada Vadim (D), Gee Vaucher (UK), Omar Vulpinari (IT),  Der Wahre Heino & Herman Hermann (D), Joanne Wardrop & Steven Ounanian (UK), Christina Zück (D), Sahar Zukerman (IL), Sus Zwick, Muda Mathis & Fränzi Madörin (CH)

Boom, Bubble & Blast ist Teil von ENQuETE Art und wird gefördert von der Europäischen Union (EACEA Culture Programme 2007-13) der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

  • Peter Kennard und Cat Picton Phillipps, the rising shit of nationalist moment, 2015 (exklusiv für die Ausstellung)
  • Constantino Ciervo, projekt "free all", 2013
  • Jörg Möller, Berliner Tatorte. Dokumente rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt; Träger: ReachOut - Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus; Fotoserie derzeit ausgestellt in der Ausstellung Topographie des Terrors, Berlin
  • Jörg Möller, Berliner Tatorte. Dokumente rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt; Träger: ReachOut - Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus; Fotoserie derzeit ausgestellt in der Ausstellung Topographie des Terrors, Berlin
  • Viktor Hertz, CAP MAN, Stockholm 2015
  • Christina Zück, Extreme Mitte, Berlin 2010
  • Constantino Ciervo, projekt "free all", 2013

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