In der ausstellungsfreien Zeit präsentiert die Motorenhalle die folgenden videoabende.

Am Mittwoch, den 4.3., 20 Uhr eröffnet dann die Ausstellung "Boom, Bubble, Blast. Zur Kunst der Demokratie" ...Details

VIDEOABEND Zwischen zwei Kriegen, Harun Farocki 1978, 83min, 16mm, bw, Einführung Nils Werner

Film
Mittwoch, 04.02.2015, 20:00 – 22:00 Uhr
Motorenhalle - Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden
Eintritt frei

Zwischen zwei Kriegen von Harun Farocki ist ein Film über die Zeit der Hochöfen, 1917 bis 1933, über die Entwicklung einer Industrie, über eine perfekte Maschine, die so lange laufen musste, bis sie sich selbst zerstörte. Der Essay des Berliner Filmemachers Harun Farocki über die Schwerindustrie und das Gichtgas überzeugt durch kühle Abstraktion, durch die monomanische Besessenheit des Autors, der an Hand eines einzigen Beispiels den selbstzerstörerischen Charakter der kapitalistischen Produktion zu belegen versucht... Zugleich ist Zwischen zwei Kriegen auch ein Film über die Anstrengung des Filmemachens, eine Reflexion über Handwerk und Herstellungsbedingungen. Farocki entfernt sich radikal von der gedankenlosen Schlampigkeit üblicher Fernseharbeiten. Die Klarheit und präzise Kadrierung seiner spröden Schwarzweißkompositionen, die Gedanken nicht illustrieren, sondern selber Gedanken sind, erinnern oft an den späten Godard. Die Armut dieses Films, dessen Produktion sechs Jahre in Anspruch nahm, ist zugleich seine Stärke. (Hans C. Blumenberg, Die Zeit, 2.2.1979) Zwischen zwei Kriegen von Harun Farocki zeigt, wie "vom Sterben der Toten für das Leben der Lebenden zu lernen wäre", zu lernen vor allem aus den ökonomischen Vorgängen und Konsequenzen, die zum Faschismus geführt haben. (Hans-Günter Pflaum, Süddeutsche Zeitung, 13.2. 81)

GESPRÄCH/ VIDEOABEND Zum Mythos der Erinnerung, mit Luise Schroeder (Leipzig)

Mittwoch, 11.02.2015, 20:00 – 22:00 Uhr
Motorenhalle - Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden

Was wird heute wie erinnert und warum? Wie werden historische Mythen konstituiert und fortgeschrieben? Lässt sich Vergangenes für die Gegenwart instrumentalisieren? Welche Relevanz hat demnach Geschichte für die Legitimierung von Identitäten und Gemeinschaften?
>Mit jenen Fragen wollen wir uns gemeinsam mit Luise Schroeder und ihren Arbeiten an diesem Abend auseinandersetzen.
Zentraler Bestandteil ihrer künstlerischen Arbeiten ist die Beschäftigung mit Aspekten, Problematiken und Fragestellungen von Geschichts- und Erinnerungs(re-)konstruktionen. Darüber hinaus geht es für die Künstlerin immer auch darum die politischen, gesellschaftlichen und medialen Interessen und Parameter, die das Gedenken beeinflussen zu untersuchen und zu verhandeln. Gezeigt werden u.a. ihre Arbeiten: "Arbeit am Mythos","Ein nationales Denkmal, bestehend aus einem Brunnen mit einem versenkbaren Stein, auf dem täglich eine frische Blume liegt" und "Die historische Front".

in Kooperation mit www.forum13-februar.de