Motorenhalle. Projektzentrum für zeitgenössische Kunst

In festen Händen
Columbus-Förderpreis für aktuelle Kunst in Kooperation mit der ADKV
Ausstellung Raphaela Vogel, Preisträgerin 2015

Ausstellung, Vernissage
Freitag, 09.09.2016, 20:00 – 22:00 Uhr
Motorenhalle - Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden

>Ausstellungsdauer 9.9. – 16.10.2016
>Öffnungzeiten: Mi 12 – 20 Uhr, Do/Fr 15 – 19 Uhr, Sa/So/Feiertag 14 – 18 Uhr


Kopfunter hängen sie, die Könige der Tiere a.D., aufgehängt an den Hinterläufen wie geschlachtete Rinder. Der Löwe, ein Symbol Christi, Tier des Markus, ist wie alle Herrscher ein Einsamer. Hier ist er nicht nur verdoppelt, er ist nahezu geklont. Die Bodenplatten aneinandergepresst sind sie verdammt, die Lineatur des Querschnitts der Motorenhalle nachzuzeichnen, in der sie als Pyramide hängen. Nur, eben nicht den Kopf, sondern den Arsch oben. Immerhin, sie haben die beiden Schlangen, vielleicht Personifizierungen von Skylla und Charybdis, in jedem Falle von Ketzertum, Gift, Zwietracht und Sünde, unter ihre bronzenen Pranken geschlagen. Mehr, als mach anderes Wappentier erreicht, denken wir an das Dresdner, das gerade einmal lau und ohnmächtig angesichts der realen Gefahr die Pranke hebt. Dennoch, nachdem sie dies Werk vollbracht, wurden sie selbst zu Opfern der Macht, die sie hochzog. Erde noch und andere Reste ihres irdischen Daseins kleben an ihnen. Aber es kommt weit schlimmer. An Nasenringen, wie bei Bären oder Bullen, mithin Geschöpfen, die weit unter ihnen existieren, sind ihnen Eisenkugeln befestigt, wie sie Gefangenen angelegt werden, um sie am Entweichen zu hindern. Diese ziehen die Löwen, ohnehin bereits vielfach gedemütigt, noch weiter nach unten. Und weiter: Nicht selbstbewusst brüllender Lärm, sondern ein eher leiser, zögerlicher und tastender Gesang, von höherer und tieferer Maultrommel begleitet, entströmt ihren Rachen. Diese Musikinstrumente sind auch nicht das, was man denkt, es sind die spalterischen Zungen der Schlangen. Der Titel des gesungenen Liedes ist ausgerechnet: „Hurra, wir leben noch“, doch hier nicht von Milva, sondern von Raphaela Vogel interpretiert.

In her video works Raphaela Vogel opened suspense, touching the pulse of contemporary artistic discourse. Again and again it comes down to the individual person in his public viewing and to self-reflective perceptions of - and to - exhibiting. The nature of the use of digital technologies such as drones, projectors, action cameras for artistic content, aimed again at the individual, or it is an existential fragility. In addition, control or their loss, ritual or free movement, natural or high-tech, hectic or calm are woven into each other, away from Gnostic black and white viewing. On the other hand, these two tints of the world are playing a large role in their videos. These are not simply shown, they are installed with buildings belonging to them in the room. Guarded by hanging image skins, partly plastically in space, associating their forms to the previously next door slaughterhouse, gender relations questioningly placing in the room. And lions, not like the Dresden blazon figure who paw keep charged only warning that artists Lions take action and took the snake under their paws.