Symposium: Sexualtechnische Konsumobjekte und Metamorphosen moderner Sexualitäten:
Symposium: Sexualtechnische Konsumobjekte und Metamorphosen moderner Sexualitäten:

Symposium: Sexualtechnische Konsumobjekte und Metamorphosen moderner Sexualitäten:
Praktiken, Beziehungsformen, Identitäten, Sozialverhältnisse

Motorenhalle - Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden
Dachsaal im Kultur Forum - Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden
19.-21.11.2020, Beginn: 14:00 Uhr, Ende: 15:00 Uhr

Sex und Sexualitäten haben in denkbar vielfältigen Formen und Funktionen eine Zentralstellung in der modernen Gesellschaft und sind Gegenstände zahlloser Regulations-, Optimierungs- und Anreizungsbemühungen. Ob als Fluchtpunkt multipler Sehnsüchte und Begehrensformen, als elementarer Kit für sozial und emotional stets fragile Intimbeziehungen, als marktgängige und profitable Ware, als Schlüsselelement der biologisch-sozialen Reproduktion und als Zielscheibe medizinisch-therapeutischer Eingriffe, ob als individueller Identitätsanker oder kollektives Phantasma, ob eingebettet in Semantiken der romantischen Liebe oder als profaner Kick in der konsumgesellschaftlichen Suche nach immer neuen Erlebnissen, ob als Verheißung oder als Zumutung – Sex durchzieht und prägt die großen systemischen Logiken von Wirtschaft, Politik, Recht und Massenmedien ebenso wie die feinsten Verästelungen unserer Alltagspraxis und unserer vermeintlich intimsten Welt- und Selbstverhältnisse.

Die Produktion, die Vermarktung und der Gebrauch von reproduktionsmedizinischen und pharmazeutischen Gütern, von Verhütungsmitteln, Sexspielzeugen, Hormonpräparaten, Potenzmitteln und Aphrodisiaken sind dabei konstitutive Elemente in der Formierung zeitgenössischer Sexualitäten geworden. Im Zentrum des Symposiums steht die Frage, wie diese sexualtechnischen Artefakte und Konsumobjekte neue Praktiken ermöglicht und angereizt haben, wie dies zur Veränderung von Wissensordnungen, Beziehungsformen und Weltverhältnisse beigetragen hat und in welche größeren gesellschaftlichen Zusammenhänge und Transformationsprozesse diese Verschiebungen eingebunden sind. Wie verändert der Gebrauch der Dinge das Körperwissen, die Praxisformen und die Einstellungen zur Sexualität? Mit welchen politisch-ökonomischen und soziokulturellen Regulationsbemühungen, Dynamiken und Kämpfen sind entsprechende materielle Kulturen des Sexuellen und ihr Wandel verwoben? Wo gehen die Expansionen und Liberalisierungen sexueller Möglichkeitsräume mit einer Ausweitung von Freiheitsgraden einher und wo konstituiert dies zugleich neue gesellschaftliche Zwänge?

Insbesondere interessiert uns dabei, wie die Objekte in Design, Produktion, Verbreitung und Gebrauch selbst als Medien gesellschaftlichen Wandels fungieren, wie also in den um sie zentrierten Diskursen, Praktiken und Konflikten die Reproduktion und Transformation komplexe gesellschaftlicher Verhältnisse, Beziehungsweisen und Subjektivierungsformen konkret vermittelt werden.

Symposium des Teilprojekts „Konsumobjekte“ zum BMBF Verbundprojekt „Dinge und Sexualität – Produktion und Konsumtion im 20. und 21. Jahrhundert“

Organisation: Dr. Tino Heim (TinoHeim@web.de)

Programm zum Download