Ehrenhain für die Regimenter der Dresdner Garnison auf dem Nordfriedhof Dresden.

Ehrenhain für die Regimenter der Dresdner Garnison auf dem Nordfriedhof Dresden.

Vortrag, Gespräch
Mittwoch, 02.11.2016, 20:00 – 22:00 Uhr
Dachsaal im Kultur Forum - Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden

Kriegerdenkmale des Ersten Weltkrieges – Historischer Ballast oder notwendige Erinnerungsorte?; Hans-Joachim Jäger im Gespräch mit Holger Hase und Justus H. Ulbrich

Vor 100 Jahren näherte sich der Erste Weltkrieg seinem Höhepunkt. Hunderttausende verbluteten auf den Schlachtfeldern Europas. Die damit verbundenen politischen, gesellschaftlichen und moralischen Verwerfungen legten den Grundstein für die totalitären Systeme der folgenden Jahrzehnte. In Dresden wird die Erinnerung an die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ weitestgehend ausgeblendet und von den Schrecken des Zweiten Weltkrieges überlagert. Erinnerungsorte, die mit dem Ersten Weltkrieg verbunden sind, gibt es nur noch wenige in der Stadt. Umso nachdenklicher muss der Zustand des Ehrenhains für die Regimenter der Dresdner Garnison auf dem städtischen Nordfriedhof stimmen. Dieser wurde 1920 errichtet und befindet sich momentan in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Öffentlichkeit und Lokalpolitik tun sich schwer mit der Erhaltung der Anlage, deren Ikonografie vom nationalen Pathos der Zwischenkriegszeit geprägt ist und die so gar nicht in unsere demokratische Erinnerungskultur zu passen scheint.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe
Unbequeme Denkmale
ein Projekt von Anke Binnewerg, Susan Donath und Holger Hase, Verein Denk Mal Fort! e.V. – Die Erinnerungswerkstatt Dresden in Kooperation mit dem Riesa efau, Dresden

Die Vortragsreihe „Unbequeme Denkmale“ widmet sich Denkmalentwürfen und realisierten Denkmalen, die strittig waren oder es aus heutiger Sicht sind. Die Beispiele reichen dabei vom Kriegerdenkmal des Ersten Weltkrieges bis zu nicht realisierten Entwürfen der Gegenwart. Diskutiert werden soll über deren Potential, Nutzung und Erhaltung.