Gesprächssalon re_MARX IV: Wer spricht - warum? Über Rezeptionsgeschichten und Erinnerungskonkurrenzen

Gespräch
Mittwoch, 05.12.2018, 20:00 – 22:00 Uhr
Motorenhalle - Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden
Eintritt frei (Spende willkommen)

Die Auseinandersetzung mit Marx´schem Denken beeinflusst alle Bereiche der Sozialwissenschaften bis heute und wird im Wesentlichen von links-liberalen Strömungen auch nicht hinterfragt. Marx steht - trotz aller Kritik, z. B. in Bezug auf Antisemitismus - für emanzipatorische Theorie mit dem Ziel, eine gerechte, hierarchiefreie Gesellschaft zu verwirklichen. Gleichzeitig wird seine Idee des Kommunismus von eher konservativen Lagern durch das gescheiterte Projekt des Staatssozialismus per se in Frage gestellt. Die Lager sind gespalten.


Dies führt so weit, dass die Kommunismusrezeption in den letzten Jahren auch beginnt Erinnerungsdiskurse zu beeinflussen. Beginnend mit dem sogenannten Historikerstreit 1986/87, mit dem zum ersten mal öffentlich die Singularität des Holocaust in Frage gestellt und der Holocaust als Reaktion auf das Gulag-System der Sowjetunion dargestellt wurde, entwickelt sich auch die Frage nach der sogenannten Erinnerungskonkurrenz. Dies hat z. B. in Sachsen bis heute großen Einfluss auf politische Debatten und die Ausgestaltung der sächsischen Gedenkstättenpolitik.


Prof. Dr. Uwe Hirschfeld ergründet mit uns den Einfluss Marx auf andere Denker*innen, geht auf die Folgen der Erinnerungsdiskurse für aktuelle politische Praxen in Sachsen ein und fragt nach Möglichkeiten, wie Erinnerung ohne ein Ausspielen der Opfer erfolgen kann.


In Kooperation mit der Sächsische Landesarbeitsgemeinschaft Aufarbeitung des Nationalsozialismus (SLAG)