Zur Tektonik der Geschichte

Zur Tektonik der Geschichte

Vernissage, Ausstellung
Mittwoch, 17.09.2008, 20:00 – 22:00 Uhr
Motorenhalle - Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden
Dozent:
Esther Shalev-Gerz, Arye Wachsmuth, Tim Sharp, Susanne Kriemann, Rafal Jakubowicz, Pia Lanzinger, Peter Weibel, Pat Binder, Naomi Tereza Salmon, Lutz Dammbeck, Lisl Ponger, Klaus vom Bruch, Jochen Gerz, David Adam, Anna Kowalska, Anna Konik, Rafani, Klub Zwei, Joachim Seinfeld, Martin Krenn, Zdena Kolecková

Im Rahmen des Projektes werden Schichtungen der Erinnerung untersucht, die sich auf die Zeit des Nationalsozialismus in Mitteleuropa gründen.

In der Ausstellung mit einem begleitenden Programm der Kunstvermittlung wird nach den Intentionen und Bildpolitiken gefragt, die hinter den unterschiedlichen Formen der heutigen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit stehen. Das von der deutschen Kunsthistorikerin Andrea Domesle und dem österreichischen Künstler Martin Krenn konzipierte und in Dresden gemeinsam mit Frank Eckhardt kuratierte Projekt "Zur Tektonik der Geschichte" versucht, die geschichtlichen Spuren der 1930er und 1940er Jahre in der Gegenwart darzulegen und den Umgang mit der NS-Zeit in unterschiedlichen Zeitschichten in den betroffenen Gebieten zu reflektieren. Die Ausstellung konzentriert sich auf zeitgenössische künstlerische Arbeiten mit Fotografie, Film und Video.
Dokumentarfotografie und -film fungieren gemäß Aleida und Jan Assmann als Bildspeicher für unser kulturelles Gedächtnis. Die technischen Errungenschaften machten vor allem ab den 1930er Jahren den verbreiteten Einsatz dieser beiden Medien möglich und ließen ihre Distribution stetig anwachsen. Das Geschichtsbild der Nachgeborenen basiert auf jenen Quellenbildern, die scheinbare Authentizität vermitteln.

Abbildungen historischer Orte, Personen und Ereignisse sind meist unhinterfragt in Schulbüchern, Doku-Fernsehserien, Geschichtsmuseen und Magazinen wiedergegeben. Um Geschichte zu illustrieren, werden nicht selten sogar Propaganda- und Täterfotos der Nationalsozialisten als "Bildbeweise" herangezogen, ohne ihre Entstehungsgeschichte zu problematisieren (s. auch die Kontroverse um die sog. Wehrmachtsausstellung).
Kurator:
Martin Krenn, Andrea Domesle, Frank Eckhardt
Zielgruppe:
Alle
Veranstaltungssprache:
deutsch, englisch

Sonstiges:
Ausstellung   18.9.-25.10.08