FILM & GESPRÄCH Maidan (2015), Sergej Losnitza (OV mit dt. UT)
FILM & GESPRÄCH Maidan (2015), Sergej Losnitza (OV mit dt. UT)

FILM & GESPRÄCH Maidan (2015), Sergej Losnitza (OV mit dt. UT)
Einführung Nils Werner

Donnerstag, 10.03.2022, 20:00 - 22:00 Uhr
Motorenhalle, Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden

Auch wir sind geschockt von den Ereignissen, die am 24.2.2022 begannen. Durch den Angriffskrieg von Russland ist das Leben von Millionen von Menschen in der Ukraine nicht mehr sicher. Menschen weltweit demonstrieren für Frieden, in Russland und Belarus auch auf die Gefahr hin eingesperrt zu werden.
Wir möchten gern einen Raum schaffen, um an diesem Abend zusammenzukommen, um mit Ängsten und Sorgen nicht allein zu bleiben.

Im Winter 2013/14 entflammten in der Ukraine auf dem Maidan Proteste, die im Nachhinein als "Revolution der Würde" bezeichnet wurden. Die Proteste richteten sich gegen die damalige Regierung, die das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union vorerst nicht unterschreiben wollte. Im Februar 2014 eskalierte die Situation. An der Beilegung des Konfliktes beteiligten sich die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Polen und schlossen am 21.Februar einen Vertrag. Am selben Tag floh Präsident Wiktor Janukowytsch. In der Endphase der Proteste begann die Annexion der Krim.

Der Film "Maidan" von Sergej Losnitza zeigt die damaligen Ereignisse in „einzigartige Begegnung aus politischer Dringlichkeit und ästhetischer Perfektion“, Bilder und Sequenzen, denen ein „überwältigendes Verständnis für Menschenmassen und Raum“ innewohnt: Selten ist ein Zeitdokument der jüngsten Geschichte mit so viel Lobeshymnen bedacht worden wie dieser Film. Wie Hunderte andere hält auch Losnitza auf dem Platz im Zentrum Kiews fest, wie sich im Winter 2013/14 in der Ukraine eine Revolution vollzieht. Doch das eigentlich Atemberaubende: „Maidan“ ähnelt in nichts dem bisher gesehenen. Es ist ein perfekt komponierter Film, der mit Bildern besticht, die so gar nichts zu tun haben mit dem Handy/Wackelkameralook, der solchen Ereignissen innezuwohnen schien. Losnitzas Kamera, sein Sounddesign, die Montage – alles drängt auf präzise Analyse dieser Situation. „Mit e in bisschen mehr emotionalem und zeitlichem Abstand zu den Ereignissen in der Ukraine dürfte "Maidan" paradoxerweise noch eindrücklicher werden“, schrieb ein Rezensent kurz nach Erscheinen des Films. Recht hat er.

Eintritt kostenfrei (es wird um Spenden gebeten, die wir an Mission Lifeline weiterleiten werden)