
Reframe, Reflect, Connect
Erinnerungskultur als demokratische Aufgabe: Verbundprojekt setzt auf nachhaltigen Dialog über ostdeutsche Transformationserfahrungen
Beginn des Projektes: 1.9.2026
Die Umbrüche nach der deutschen Wiedervereinigung sind bis heute Gegenstand gesellschaftlicher und politischer Debatten. Nicht selten sind sie geprägt von Polarisierung, Vereinfachung und politischer Instrumentalisierung. Zugleich wird das Thema in den kommenden Jahren Gegenstand des Schulunterrichts. Wie mit diesen Herausforderungen und Chancen umgehen?
Hier setzt das Projekt „Reframe, Reflect, Connect – Transforming Memory Culture on (East) Germany’s Transformation“ an. Es verbindet Forschung, Bildung und Zivilgesellschaft, um neue Perspektiven auf Transformationsgeschichte zu eröffnen und den demokratischen Dialog nachhaltig zu fördern. Kooperationspartner sind das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden, die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße (Erfurt), riesa efau. Kultur Forum Dresden e.V, die Professur für Didaktik der Geschichte an der Universität Göttingen sowie die Evangelische Akademie in Loccum. Der Verbund gehört zu den elf von der VW-Stiftung in der Förderlinie „Transformationswissen über Demokratien im Wandel“ geförderten Projekten. Er hat eine Laufzeit von 4,5 Jahren (2026-2031) und ein Budget von rd. 1,4 Millionen Euro.
Im Mittelpunkt des Projektes steht die Frage, wie Transformationsgeschichte so vermittelt und diskutiert werden kann, dass sie nicht weiter polarisiert, sondern gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Die Umsetzung erfolgt auf vier Ebenen:
1. Historische Forschung (u.a. Interviews mit Zeitzeug:innen) macht die Vielschichtigkeit der Transformationsgeschichte sichtbar
2. Dialogformate an Dritten Orten schaffen die Möglichkeit für Austausch über Erfahrungen mit gesellschaftlichem Wandel
3. Neue Bildungsformate, die auf der Grundlage der Ergebnisse des Verbunds entstehen, werden nachhaltig in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit verankert
4. Kuratierung einer Ausstellung in der Motorenhalle in Dresden, in der die Ergebnisse des Verbunds mit Perspektiven aus der Kunst verbunden und so neue Fragen und Ausblicke eröffnet werden
Ziel des Projektes ist eine erinnerungskulturelle Intervention: Statt eindimensionaler Meistererzählungen sollen Räume für differenzierte Perspektiven auf den Transformationsprozess entstehen. Durch die Vernetzung der Projektpartner in Ost und West, aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Bildung, werden Formate entwickelt, die historische Erfahrungen vielfältig erzählen, gemeinsam reflektieren und mit aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen verbinden.







