VORTRAG Else Gabriel (Berlin): „Virus, Werk und Axtereignis. (Folgen für die Kunst in Zeiten der Hyperperformance)“

Vortrag
Donnerstag, 26.04.2018, 20:00 - 22:00 Uhr
Motorenhalle, Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden
Eintritt 2/3 Euro (Fördermitglieder frei)
Die Kunstform der Performance war angetreten, um das auratische Kunstwerk vom Sockel ins Leben zu holen. Das war überfällig, um Bedeutung und Werte von Kunst neu zu beleuchten und zu befragen. Über mehrere Generationen bildeten sich unter den je herrschenden gesellschaftlichen Bedingungen immer wieder neue Formate, die den Performancebegriff nutzten, um vor allem schnell zu sein, direkt und unmittelbar. Lange blieb die Performance die hermetischste und verstörendste Form künstlerischen Ausdrucks. Ihre Egozentriertheit machte letztlich das durch den Künstler, die Künstlerin verkörperte Kunstwerk auratischer als je zuvor - allein aufgrund der kurzen Spanne seiner Existenz. Nun, 60 Jahre später, zeigt sich ein verändertes Bild: Gleichsam mit verdrehten Rollen treten Politiker wie (nicht nur) Donald Trump als performative Darsteller ihres Amtes auf, die dieses Amt als ihr eigenes Label aufführen und damit immer schwerer zu fassen sind, da ihre Aussagen nie (nur) bedeuten, was gesagt wird, sondern gleichzeitig das Gegenteil. Auf der anderen Seite stehen Künstler, die als Aktivisten/Artivisten auftreten und das Ausloten politischer Handlungsfähigkeit als Kunst verstehen. Gemeinsam bleibt beiden das zentrale Mittel der Performance von Anfang an: die Provokation. Wer wird davon angesprochen? Wie wirksam sind die angewandten Methoden? Wer profitiert von der Durchperformancisierung der gesamten Gesellschaft?

else (Twin) Gabriel zeigt eigene Arbeiten unter Bedingungen verschiedener Gesellschaftssysteme und Zeitzonen und spricht über Möglichkeiten der Erarbeitung eines multipel nutzbaren künstlerischen Werkzeugkastens in Zeiten der HYPERPERFORMANCE.